•                [37] ABENDAVENUE

    Die Straße ist von Klängen überstrahlt,
    Bewachsen von Phantasmen des Geruches,
    Und Hüften in den Hülsen blauen Tuches,
    Das aller Schritt zu Reiz zermalmt und mahlt.

    5 Die Dirnen...

  •                [44] ADIEU MÄDCHENLACHEN!

    Sie nehmen Abschied, werden nicht vergessen
    Die Wege, die sie jetzt gehn — Du und Ich,
    Zwei Lächeln nur, mit denen sich
    Apokalyptische Gesichte messen.

    5 O...

  •                [42] ANDERE JÜDIN

                                  I.

    Im Norden sind die Ebenen, da steigen
    Die Ströme zitternd in das Meer,
    Das sie verhüllt. Der Wind weht Wogen her.
    Das Wasser schweigt, und...

  •                [27] BERLINER ABEND

    Spukhaftes Wandeln ohne Existenz!
    Der Asphalt dunkelt und das Gas schmeißt sein
    Licht auf ihn. Aus Asphalt und Licht wird Elfenbein.
    Die Straßen horchen so. Riechen nach Lenz....

  •           [14] CAPRICCIO

    Entlaubte Parke liegen treu wie Doggen
    Hinter den Herrenhäusern, um zu wachen.
    Schneestürme weiden, eine Herde Bachen.
    Oft sind die Rehe auf dem jungen Roggen.

    5 Und eine Wolke droht den...

  •                [46] DAS WIEDERSEHEN

    Wie warnend leuchten schwarze Fensterscheiben.
    Mystische Telefone knacken, knacken —:
    Dastehst Du nahe mit beweinten Backen,
    Plastik aus Rauch.
    5 Ich drehe angstvoll mein...

  •                [21] DER DENKER

    Nachmittag wird, und Wetter steigen schwarz
    Herauf. Des Blitzes Ferse leuchtet im
    Gewölk. Auf das Gebirge beißt voll Grimm
    Der Donner, und Regen speien aus den Quarz.

    5 Den Fuß den...

  •                [18] DER SCHNELLZUG

    Es sprang am Walde auf in panischem Schrecke,
    Die gelben Augen in die Nacht geschlagen. —
    Die Weiche lärmt vom Hammerschlag der Wagen
    Voll blanken Lärms, indes sie fern schon jagen...

  •           [12] DER TURMSTEIGER

    Er fühlte plötzlich, daß es nach ihm griff,
    — Die Erde war es und der Himmel oben,
    An dem die Dohlen hingen und die Winde hoben —
    Und fühlte, wie es ihn nun auch umpfiff.

    5...

  •                [24] DIE DIRNE

    Die Zähne standen unbeteiligt, kühl
    Gleich Fischen an den heißen Sommertagen.
    Sie hatte sie in sein Gesicht geschlagen
    Und trank es — trank — entschlossen dies Gefühl

    5 In sich zu...