• I.
    Nie, seit mich Schönheit beglückt und Frauenliebreiz mich fesselt,
    Seit ich die Kunst verstand, Grieche genießend zu sein,
    Hab' ich so schmerzlich, wie heute, die Schönheit des eigenen Körpers,
    So des eigenen Leibs mangelnde Anmut vermißt.
    Dir, entzückende Frau, wird Schönheit...

  • Gleichwie ein Wandersmann, der Tag war heiß,
    Am Brunnen reicht das schlanke Mädchen ihm
    Den Krug, daß er die trockne Kehle netze;
    Nun nimmt er ihn in seine beiden Hände,
    Den Kopf nach rückwärts beugend, trinkt und trinkt:
    So nehme ich dein liebes Angesicht,
    Mein liebes Lieb, in meine beiden Hände,
    Und...

  • 's giebt Menschen, die nicht lieben können,
    Wenn Lieben heißt: in Glut entbrennen,
    Auflodern plötzlich hell in Brand -,
    Die nur mit stillem Herzen lieben,
    Ganz flammenlos, ohn' Funkenstieben,
    Doch ruhig, fest und unverwandt.

    Sie lieben auch! Nicht, wie die Quelle,
    Die stürmisch an des Tages...

  • Wenn auf einem weißen Halse
    Sich ein schwarzes Lockenköpfchen
    Lächelnd wendet, giebt es eine
    Wunderschöne Nackenlinie.

    Diese wunderschöne Linie
    Hab' ich hundertmal bewundert,
    Wenn mein Liebchen mir noch einen
    Letzten Abschiedsblick vergönnte.

    Aus den Augenwinkeln...

  • Dein Sommerhut, Liebchen, gefällt mir gut,
    Es ist ein richtiger Mädchenhut,
    Der mit dem gelben, breiten Rand
    Dein Haupt, wie ein Heiligenschein, umspannt.

    Aber ich hab' im Vorübergehn
    Heut in der Stadt einen Hut gesehn,
    Der müßte dir ausgezeichnet passen,
    Den sollt'st du dir nicht entgehen...

  • Traumverlorene Wölkchen
    Schwimmen im flimmernden Blau,
    Summende Bienenvölkchen
    Schweben über die Au,
    Langsam, vom Zephyr geschaukelt,
    Sinken die Blüten vom Baum,
    Und ein Schmetterling gaukelt
    Durch den Duft, wie im Traum.

    Manchmal rauscht's in den Blättern
    Oder es...

  • Ein Blütenzweig, blaßrosa, weiß und grün,
    Die Welt hat tausend solcher Blütenäste,
    Da darf der eine auch für uns erblühn
    Und darf verblühn bei unserm Liebesfeste.

    Befrei' das schwere Haar von Kamm und Band
    Und laß die schwarzen Fluten niederwallen
    Auf dieses blumenhelle Lenzgewand,
    Und laß...

  • Sie starb als Braut, die schmerzerstarrte Hand
    Des Liebsten einmal noch zum Munde führend,
    Daß ihre Seele auf der Lippen Rand
    Die Finger streifte, leise sie berührend.

    Und da sie zu des Paradieses Thor
    Geflogen kam, die Bäume rauschten leise,
    Die heilige Maria trat hervor:
    Tritt ein, mein...

  • Pan

    Auf dem weichen, grünen Rasen
    Lieg' ich, als ein Hirt verkleidet,
    Um mein seltsam Flötenblasen
    Werd' ich ringsum arg beneidet;
    Eine kommt schon, der die Töne
    In das keusche Herz gedrungen,
    Neben mich hab' ich die Schöne
    Schnell ins weiche Gras gezwungen.

    "Meine Süße, Heißgeliebte...

  • Zünd' festlich im Salon die Kerzen an,
    Zieh aneinander fest des Vorhangs Spitzen,
    Ich schiebe zum Kamin die Sessel dann,
    Dort laß uns, uns umarmend, niedersitzen.

    Denn sieh, an solchem Winterabend oft
    Bin als Student ich durch die Stadt gegangen,
    Mein Auge, das Erfüllung nie gehofft,
    Ist oft...