Die Sonne brennt die Welt, dein Augen kühlen nicht;
Die Sonn ist hoch und groß, dein Augen sind erhaben;
Die Sonne liebt das Gold, dein Augen goldne Gaben;
Ist gleich die Sonne so, doch sol sie fleckicht seyn;
Sind gleich dein Augen so, ist doch was falsch ihr Schein. (S. 347-348)
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Das Mägdlein sey dir Wind, und du ihr Wetterhahn,
Wo sie sich wendet hin, da suche gleiche Bahn.
Die Liebe kennt nicht Pein, der Vorsatz macht es blos:
Die Treue nach der Zeit ist allzeit frey und loß.
Nehmt voller Zuversicht: Sie Worte, du Verstand,
So kanst du gäntzlich weg, wenn sie sich halb verwand. (S. 423)... -
Ach Mägdlein, deine Zier
Sieht wie ein Blümlein für,
Das zart und neu gebohren:
Und sich so bald verlohren,
So bald ein kühler Wind
Zu wittern sich beginnt:
Durch stille seyn und schweigen
Bekleibt und bleibt es eigen:
Erfährst du, was es sey,
So ist sie schon vorbey.... -
1.
FIlidor nam von Liesillen
Seinen Abschied wieder Willen/
Sang mit Zehren/
Weil er muste ihrer Gunst entbehren:
Ich muß scheiden
Voller Leiden/
Weil ich nicht kan länger mit dir weyden.... -
1.
Es sagte mir die Flatter-schöne/
die eingebildte Pusserene:
du hast mich lange Zeit geliebt/
dich lang' um meine Gunst beworben/
darumb hastu dich so betrübt/
daß du auch neulich bald gestorben.
... -
1.
Was hab' ich/ kleiner/ dir getahn
daß ich nicht Ruhe haben kan/
willstu mich denn zu Aschen brennen?
Ich bin ohn diß entädert bleich
und einem schwarzen Schatten gleich
von meinen Brüdern kaum zu... -
1.
Daß ich auff deinen Ladungs-Brieff/
mein Damon/ nicht bin zu dir kommen/
das schmerzet dich/ wie ich vernommen:
als wenn bey unsrer Freundschaft Gründen
sich eine Trennung könte finden
und Falschheit wo mit...