Stek widerrüm mit Lust an deiner Finger-Schne
den schönen Silber-Huht/ du Bild der edlen Tugend!
damit die Nadel dihr nicht bringe Quahl und Weh/
gebrauch ihn mit bedacht in diser deiner Jugend. (S. 42)
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Muß Ich von aussen schon dein schönes Hauß ansehen
so wil ich doch/ mein Kind! so lang zu friden sein
biß daß uns wird das Glük/ (ach möcht es bald geschehen!)
versellen anderswo zu dihnen unsrer Pein.
Du Schöne/ du/ du kanst nur einen Ohrt erwehnen
da ich mit dihr mein Licht mag pflegen keüsche Treü/
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Geehrte was Ihr hie vor eüren Augen sehet
komt mit dem/ was ihr von mihr habet/ überein.
In was vor Furcht und Angst mein Hertz itzunder stehet
das zeiget dise Schrift geliebtes Täubelein!
Ach nehmt es willig an und schmähet mich mit nichten/
Ich dien' eüch für und für geehrtes Tugend-Licht/
mein Hoffen... -
Weil du lebendig mich itzunder nicht kanst sehen
so bitt ich daß du wolst nach Basiletten gehen
und fordern/ Adelmuht/ mein Bildnuß von ihr ab/
das lieb und halte wehrt biß in das schwartze Grab. (S. 45)
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Wiewol ich muß allhie mit Archiatnen weiden
die kraußen Schäfelein: kommt mihrs doch weinig freüden
den mein verliebtes Hertz das sehnet sich nach dihr
ruft oftmahls Adelmuht/ ach werest du bey mihr. (S. 45-46)
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Jtzt blüht der Rosen-stok in an-nehmster Gluht
eh man es aber meint ist dessen Schmuk verlohren.
So blühet auch die Treü an meiner Adelmuht/
drüm halt' ich daß Sie sey vom Rosen-stok gebohren. (S. 46)
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Wer hätte je gedacht daß du den teüren Eid
den du mihr hast getahn/ so balde soltest brechen.
Ach gläub' es/ Adelmuht/ es blikket schon die Zeit
da sich der Eid wird selbst an deiner Falschheit rechen. (S. 46-47)
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Ich mag Sie nicht mehr sehn weil Sie von Flandern ist
und gantz ohn unterscheid fast alle Schäfer küst. (S. 47)
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Ich wil/ ich mag/ ich kan/ den Mund/ die Brust nicht küssen/
Sie wil/ ich sol/ ich muß/ den Mund/ die Brust genissen. (S. 47)
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Adelmuht ach guhte Nacht/ weil du voller Schlangen-List
wirst du meinem keüschen Sinn/ auch du noch so lieblich bist/
gläüb' es frey und sicherlich/ nun und nimmermehr gefallen.
was du für ein Thierlein bist/ davon sol die Welt erschallen. (S. 48)...