Person ohne Ich

by Albert Emil Brachvogel

[145]  Person ohne Ich. Hast Du kaum vom Mutterschooße Recht im Dasein Fuß gefaßt, Wird alsbald dir ohn’ Erbarmen Andres Wesen angepaßt.

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Affenliebe, oder rüde

Stockphilistertyrannei Bricht den freien Geist und Willen, Ach dein schönstes Selbst, entzwei! Eltern, Tanten Gouvernanten,

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Alles an dir renkt und rückt,

Bis Gewohnheit, Qual und Schmerz dir Allen Lebensmuth geknickt; Wirst dich selber, deine Triebe, Zu erkennen, schnell entwöhnt,

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Bis du mit der Narrenschelle

Und der Kette dich versöhnt, [146] Wirst, da du dich nimmer in Dir Findest, nie des Lebens froh, Zeugst du endlich selber Kinder, –

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Machst du’s ihnen ebenso!

Bis zum Bett und in den Teller, Weiter reicht der Blick nie aus, Alle Wünsche gehen schlafen, Ist nur Geld und Brot im Haus;

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Bist du endlich alt geworden

Und den Kindern recht zur Last, Gehst du in das Wesenlose, Fast, – wie du’s verlassen hast. Ueber deinem Grabe freuen

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Erb’ und Stolataxe sich, –

Zwar Person bist du gewesen, – Aber nimmermehr ein Ich!