Melancholie

by Alfred Grünewald (1884–1942) · 1990 German

Tor, du bautest im Traum Tempel von starrem Stein.
Säulen, ragend und licht, mit vergoldetem Knauf,
trugen griechisch Gebälk. Aber im Tympanon
glänzte golden ein Name dir.

Denn Vergötterung war, Träumer, dein Teil. Wer sang,
so ihn Schönheit bezwang, Hymnen, selig wie du!
Doch nun stürzt das Gebäu, und dein Gesang versiegt.
Stumm und gnadenlos graut der Tag. (S. 59)

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  • . . .

    Der Jugend Reiz macht Götter selbst begehrlich,
    und Lippen ohne Flaum sind leicht versehrlich.
    Doch jener Knabe dort, ein Held der Spiele, …
  • . . .

    Verliebter Mund will stets den einen Namen sagen.
    Und wenn die Lippen dir zur Nacht erlahmen, sagen
    ihn immer noch und dann im Traum …
  • . . .

    Was ängstigt dich? Meinst du, ich will entfliehen?
    Nur rasten will ich nach der langen Fahrt.
    Die Stimmen, die nach Zeiterlöstem schrein, …
  • . . .

    Wie damals unsere Gespräche waren!
    Freuden und Sorgen mußtest du bekennen
    und mir die Namen deiner Freunde nennen. …

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