Liebesnähe

by Franz Kugler (1808–1858) · 1840 German

Nun ist mit seinem lauten Treiben
Der heiße Tag zur Ruh gebracht,
Und nur die kühlen Brunnen bleiben
Einsam geschäftig über Nacht.

Und wie sich tiefgeheime Kunde
Im Mondendämmer offenbart,
So steigt aus meines Herzens Grunde
Die Sehnsucht, die mein Leben ward.

Es schläft, was mich am Tag umdüstert,
Was mich verwirrt, bedrängt, gequält:
Mir ist, als ob dein Mund mir flüstert,
Dein Hauch dem meinen sich vermählt. (S. 70)
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