Friede

by Karl Siebel


Ich frug die Freunde. – Sie drückten
Herzinniglich mir die Hand,
Doch fühlt' ich – Keiner von allen
So recht mein Wort verstand.

Ich frug die Sterne. – Sie schwiegen,
Sie wußten zu rathen nicht; -
Ich frug die Blumen. – Sie wiegten
Ihr lächelnd Angesicht. -

Dir schaut' ich nur in die Augen,
Du lächeltest mild mich an:
Das hat dem krankenden Herzen
Unendlich wohl gethan.

Denn Alles, was es ersehnet,
Dir tief in der Seele blüht -
Ein stiller seliger Friede,
Ein fromm und keusch Gemüth.

Und ruhest du mir am Busen,
So heilet jeglicher Schmerz;
Den Frieden halt' ich umfangen,
Der Friede zieht in's Herz.
(S. 212-213)

More poems by Karl Siebel

All poems by Karl Siebel →