Frühling im Sommer
Das ist die schönste Stunde
Wo du mich still bewegst,
Gleich einer Himmelskunde
Mich rein und tief erregst;
Wo jede Frucht des Baumes
Zur Blüte sich verkehrt,
Und nur die Welt des Traumes
Die Wünsche wieder nährt;
Wo meinem Liebesdrange
Ein Blick zu reichlich lohnt!
Wo ich den Kuß verlange,
Doch wie das Kind den Mond;
Wo ich mit nichts mich quäle,
Mit allem freu', was ist,
Und selig mir erzähle,
Daß du auf Erden bist.
aus: Heidenröslein Lieder von Liebeslust und Frühlingsfreud'
Gesammelt von Dr. Karl Zettel
Zweite vermehrte Auflage
Stuttgart 1887 (S. 82)
Wo du mich still bewegst,
Gleich einer Himmelskunde
Mich rein und tief erregst;
Wo jede Frucht des Baumes
Zur Blüte sich verkehrt,
Und nur die Welt des Traumes
Die Wünsche wieder nährt;
Wo meinem Liebesdrange
Ein Blick zu reichlich lohnt!
Wo ich den Kuß verlange,
Doch wie das Kind den Mond;
Wo ich mit nichts mich quäle,
Mit allem freu', was ist,
Und selig mir erzähle,
Daß du auf Erden bist.
aus: Heidenröslein Lieder von Liebeslust und Frühlingsfreud'
Gesammelt von Dr. Karl Zettel
Zweite vermehrte Auflage
Stuttgart 1887 (S. 82)