Es schien ein Stern

by Karl Siebel


Es schien ein Stern in meine dunkle Nacht
Und sieh: ein Heer von Sternen war erwacht;
Ein Frühlingsleben und ein Wonnesprühn
Erwachte mild bei dieses Sternes Glühn.

Des Lebens Wolken zogen schwer einher,
Der eine Stern – er scheinet nimmermehr,
Und einsam träumend von geliebter Pracht,
Steh' ich ein Wandrer in der dunklen Nacht.

O holdes Licht – geliebtes Angesicht,
Mein Sehnen, Träumen läßt dich ewig nicht,
Durch Schicksalswolken fleh' ich auf zu dir:
O holdes Licht! warum erschienst du mir?
(S. 178)

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