Der Wandersmann und die Sonnenuhr
[96]
XIV. DER WANDERSMANN UND DIE SONNENUHR.
Bey einer Sonnenuhr blieb einst ein Wandrer stehn; Die Morgensonne schien, die Uhr wies auf halb achte. Der Mann sprach: Es ist früh, ich will bis Mittags gehn. Indem er sich darauf bedachte,
5
So kam ein dickes Wolkenheer;
Die Sonne ward verhüllt. Der Wandersmann sah wieder Nach seiner Sonnenuhr, und rieb die Augenlieder: Die Uhr wies keine Stunden mehr. O, sprach er, falsches Ding, das an das Glück sich bindet!
10
[97]
Hinweg mit einem solchen Freund,
Der mich so lange kennt, als mir die Sonne scheint, Und wenn sie nicht scheint, mir verschwindet!