Der Lohn der Treue

by Friedrich Wilhelm Gotter

1771

Auch die Sprödeste der Schönen
Widersteht nicht langem Schmerz,
Und der Liebe Freuden krönen
Endlich ein getreues Herz.

Ach, wie süß sind alle Sorgen,
Jede Mühe, wie so leicht,
Wenn man träumet: morgen, morgen
Wird ihr stolzer Sinn erweicht!

Wild, auf ungebahnten Wegen,
Bricht der Strom durch Fels und Stein:
Leisetröpfelnd dringt der Regen
Endlich auch in Marmor ein.
(S. 212-213)

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