Der Fraue Anblick hat so schwer geschlagen
[112] Der Fraue Anblick hat so schwer geschlagen Mein Herz, daß mir noch alle Pulse beben. Gott wolle mitleidsvoll mir Lindrung geben, Denn dem betrübten Geist will Trost behagen.
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Siehst du denn nicht der Tränen Flut benagen
Die müden Augen, – nicht mein armes Leben Dem Tode nahn in qualvoll ew’gem Streben, Dem jemals zu entfliehn ich muß verzagen? Sieh, Fraue, meine Schmerzenslast und weide
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Dich an der Stimm’ Erlöschen: sie muß büßen
[113] Ihr nutzlos Flehn um Minnes Gunstbescheide. Doch willst du, holde Frau, es froh begrüßen, Daß mir das Herz zerreißt in wehem Leide, Sieh demütig als Knecht mich dir zu Füßen!