Das Grab

by Ludwig Thilo

      Lüfte wehen, Wolken fliehen An dem Himmel über mir , Grauenvolle Nebel ziehen Schauerlich im Thale hier,

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Leicht verhüllte Sterne blinken

Aus der dunkeln Höh herab, Und verwelkte Blätter sinken Von der Linde auf das Grab.       Hüllet meine müden Glieder

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In den weißen Schleier ein;

Senkt die eingewiegten nieder Leis’ in diese Todtenreihn. Meines Herzens banges Sehnen Wiegt sich schon in Schlummer ein,

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Und die stillgeweinten Thränen

Werden bald getrocknet seyn.       Dann verlöschen meine Flammen Ungestillter Sehnsucht Raub, Sinken in sich selbst zusammen

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Wie mein Herz, zu Aschenstaub.

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