Aufmunterung zur Freude

by Ludwig Christoph Heinrich Hölty

[251]
                    XXV.

AUFMUNTERUNG ZUR FREUDE.      Wer wollte sich mit Grillen plagen, So lang’ uns Lenz und Jugend blühn? Wer wollt’ in seinen Blütentagen Die Stirn’ in düstre Falten ziehn?

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     Die Freude winkt auf allen Wegen,

Die durch dies Pilgerleben gehn; Sie bringt uns selbst den Kranz entgegen, Wenn wir am Scheidewege stehn.      Noch rinnt und rauscht die Wiesenquelle;

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Noch ist die Laube kühl und grün;

Noch scheint der liebe Mond so helle, Wie er durch Adams Bäume schien!

[252]
     Noch macht der Saft der Purpurtraube

Des Menschen krankes Herz gesund;

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Noch schmecket in der Abendlaube

Der Kuss auf einen rothen Mund!      Noch tönt der Busch voll Nachtigallen Dem Jüngling hohe Wonne zu; Noch strömt, wenn ihre Lieder schallen,

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Selbst in zerrissne Seelen Ruh!

     O wunderschön ist Gottes Erde, Und werth darauf vergnügt zu sein! Drum will ich, bis ich Asche werde, Mich dieser schönen Erde freun!

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