7. Februar

by Leopold Schefer

Geh fleißig um mit deinen Kindern! habe Sie Tag und Nacht um dich, und liebe sie, Und laß dich lieben einzig-schöne Jahre; Denn nur den engen Traum der Kindheit sind

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Sie dein, nicht länger! Mit der Jugend schon

Durchschleicht sie Vieles bald – was du nicht bist, Und lockt sie Mancherlei – was du nicht hast, Erfahren sie von einer alten Welt, Die ihren Geist erfüllt; die Zukunft schwebt

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Nun ihnen vor. So geht die Gegenwart

Verloren. Mit dem Wandertäschchen dann Voll Nöthigkeiten zieht der Knabe fort. Du siehst ihm weinend nach, bis er verschwindet, Und nimmer wird er wieder dein! Er kehrt

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Zurück, er liebt, er wählt der Jungfrau’n eine,

Er lebt! Sie leben, Andre leben auf Aus ihm – du hast nun einen Mann an ihm, Hast einen Menschen – aber mehr kein Kind! Die Tochter bringt vermählt dir ihre Kinder

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[35] Aus Freude gern noch manchmal in dein Haus!

Du hast die Mutter – aber mehr kein Kind. – Geh fleißig um mit deinen Kindern! habe Sie Tag und Nacht um dich, und liebe sie, Und laß dich lieben einzig-schöne Jahre!

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