• Der Frühling ist gekommen
    Nach langer Winterszeit,
    Das Eis ist fortgeschwommen,
    Kein Weg ist mehr verschneit.

    Die Lerchen singend schweben
    Ob frisch ergrünter Flur,
    Ringsum ein blühend Leben
    Und neuen Schaffens Spur.

    Ich weiß nicht was geschehen
    In meiner...

  • Hoch obenauf dem Lurlei da sitzt die schönste Maid
    Und zählt an Bernsteinperlen schon seit gar langer Zeit.

    Sie steiget je zuweilen zum höchsten Felsenrand
    Und singt zum Rheine nieder ihr Lied vom grünen Strand.

    Dann windet sie sich Blumen um's nasse Lockenhaupt
    Und windet Herzen drunter, die sie den...

  • I. Auf den Grabstein meines Bräutigams
    In meinem Herzen steht dein Bild,
    Dein Name klingt durch meine Lieder
    Trotz Tod und Trennung nah ich mild
    Zu deinem Grab mich liebend wieder:
    Denn zweier Seelen reine Harmonie...

  • I.
    Wir weilten in alten Ruinen
    Ein junges glückliches Paar,
    Mit liebeseligen Mienen,
    Das treu verbunden war.

    Wir sprachen mit Kuß und Scherzen,
    Mit Wonneblick und Thrän
    Von unsern seligen Herzen,
    Die fester als Burgen stehn! -

    Will ich nun wiedersehen...

  • Allein, allein! - die Liebe ist begraben,
    Ich selbst bin nur die bleiche Trauerweide,
    In deren Zweige sich verwandelt haben
    Mein Liebesjubel, meine Liebesfreude!
    Und was mich sonst an andre Herzen band
    Mich hieß als Epheu einen Stamm
    Das hab ich all als nicht'gen Traum erkannt:
    Der Epheu muß allein im...

  • Ihr kennt wohl die alte Märe
    Und kennt wohl das schöne Gedicht
    Und wißt was vom Kätchen von Heilbronn,
    Man immer noch kundet und spricht?

    Wie einst sie gelaufen dem Ritter,
    Dem Wetter von Strahl lange nach,
    Bis Lieb seinen Stolz überwunden,
    Er plötzlich zu Füßen ihr lag!
    ...

  • Schneeglöckchen läutet den Frühling ein,
    Geweckt vom kosenden Sonnenstrahl,
    Im Schneegewande, so schlicht und klein,
    Auf zartem Kelche der Hoffnung Mal:
    Das fröhliche Grün, das alte Zeichen,
    Vom Frühlingskommen und Winterweichen.

    Rings starres Schweigen - das Glöckchen klingt
    Auf zartem...

  • (Spätherbst 1849)

    Daß dieses Herz, das unruhvolle,
    Nicht ganz in sich verzagen darf,
    Auf welche öde, kalte Scholle
    Es auch ein hartes Schicksal warf!

    Daß meine Augen leuchtend glänzen,
    Als...