Siehe, die einzige Form, hingleitend in wandernden Tagen
läßt dich den Weg nicht erschaun, himmlisch und ewig erneut.
Doch in den kreisenden Wundern, dem eilenden Auge nicht sichtbar,
kündet der Gott sich schon an, so du ihn wartend begehrst.
Zärtlicher fühlt deine Hand im Morgen die hängenden Locken
und die erwachende Brust...
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Über meine Schläfen gleiten
Atemzüge erster Nacht.
Aufgewacht
sind die tiefsten Einsamkeiten.
Kühle Lippen legt das Dunkel
liebreich mir an Stirn und Mund.
Tief im Grund
liegt ein Wald im Sterngefunkel.
Selig, wie du Herz und Wangen
in des Nachtwinds... -
Und über allen Stunden
entrauscht das Lied der Zeit,
nun hab' ich heimgefunden
zum Glück der Zweisamkeit.
O weh! Wie mir im Feuer
ein stolzer Traum zerrann.
Doch siehe, Herz! ein neuer
kündigt hold sich an!
So wollen wir uns fügen
dem starken Spruch der... -
Alles Sein ist dunkel,
Gott allein ist klar.
Abend ist gesunken
schwer und wunderbar.
Keiner ist gestorben,
Liebe, weine nicht!
Was zu nicht geworden,
wird in dir zu licht.
Nur dein Aug ist trunken,
doch sie blüht in dir.
Wenn der Abend... -
O bunte Lippen zärtlicher als Flöten,
Herabgebogen wie Gebüsch zur Winterszeit!
Ihr habt mich aus dem Staub der Morgenröten
Vorausgeschleudert in die Ewigkeit.
O Druck der Finger, Druck verschlungner Hände
Auf dem erglühten Teppich meiner Haut!
Von meinen Lippen lodern goldne Brände,
Du bist... -
War es ein Traum, war's Wahrheit, diese Zeit?
Doch wie mir alles dies das Herz verbrannte
bog ich mich aufwärts in die Ewigkeit,
bis ich den Sinn der Liebe ganz erkannte.
Du warst die Liebe - ich war nur dein Kleid,
du träumtest mich, wie einen Traum, den Dante
durch Höllen wandelnd schrieb für Beatrice.... -
Und so vergaß ich es doch - oh dürfte ich ganz es vergessen
aber lebendiger rührt stündlich den Träumer der Traum.
Ist es denn wahr, daß wir einst wie Kinder die Wiesen durchstreiften
Finger in Fingern verflochten? Sieh, meine Hände sind leer.
Oh wie blühte das Haus, wie war es ein Garten des Lebens
Tröstend und kindlich... -
Wie der Jahre bekränzte Fülle das Auge mir blendet!
wie schon trägt mir die Hand leichter das harte Gewicht.
Jüngling war ich, es hing die Stirne dem schwärmenden Kinde
allen Schmerzen zum Spiel schwer zur Erde hinab.
Aber gealtert schüttelt die Seele den Schwänen vergleichbar
ihr Gefieder und strebt wieder zum Lichte hinauf.... -
Die Wiese liegt golden geschmückt,
die Schwalben, die Lerchen sind wach.
Und über den plaudernden Bach
stehn lachende Mädchen gebückt.
Wie duften der Wald und der Wind,
die Nüsse, die Küsse, der Wein.
Die singende Mutter wiegt ein
ihr holdes ihr goldenes Kind.
Das... -
Da trank ich - wie drängte den Lippen sich's zu
den lieblichsten Rausch und es ließ mir nicht Ruh,
da küßt ich - wie war ich zu küssen bereit -
da küßt ich die Küsse der goldenen Zeit.
So haltet, so halte noch, eh sie enteilt
die liebliche Stunde, die tötet und heilt,
daß hold an die Brust eine Freundin euch zieht,...