Du willst es, daß ich von Dir gehe,
Und machst die Trennung mir zur Pflicht,
Doch, - ob ich fern von Dir bestehe,
Dies, Grausame, dies frägst Du nicht.
Du droh'st dem Freund, und lächelst leise,
Wenn düster er von Sterben spricht,
Und beutst ihm tröstende Beweise,
Daß Leid so leicht ein Herz...
-
-
Es hielt die Nacht das Licht gebunden,
Bis es der Liebe Wort befreit,
Nun haben Beide sich gefunden,
Zu ewig fester Einigkeit.
Und wo sich ihre Flammen regen
In jugendlichen Lebensmuth,
Da naht sich auch des Liedes Segen,
Und weih't des Bundes heil'ge Gluth.
Was Ahnung geträumet... -
Andächtig hingeneigt am Hochaltare,
Das Aug' gesenkt in brünstigem Gebet,
Daß sie der Stunde ernstes Heil bewahre,
Kniet Laura in demüth'ger Majestät.
Nicht irdisch Glück, - das Ew'ge, Unsichtbare
Ist's, was an ihrem Sinn vorübergeht.
Mit Engeln scheint der holde Mond zu kosen,
Frisch aufgeblüht, gleich... -
O lieb', solang du lieben kannst!
O lieb', solang du lieben magst!
Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
Wo du an Gräbern stehst und klagst!
Und sorge, daß dein Herze glüht
Und Liebe hegt und Liebe trägt,
Solang ihm noch ein ander Herz
In Liebe warm entgegenschlägt!
... -
(1810)
So laß mich sitzen ohne Ende,
So laß mich sitzen für und für!
Leg' deine beiden frommen Hände
Auf die erhitzte Stirne mir!
Auf meinen Knien, zu... -
1840
Du hast genannt mich einen Vogelsteller: -
Als ob du selber keine Garne zogst!
O Gott, in deine Garne flog ich schneller
Und blinder ja, als du in meine flogst!... -
Ihr meint, das sei der kürzeste Tag,
Wenn mit dem achten Glockenschlag
Die Sonne erst am Himmel steht
Und, kaum erschienen, wieder geht.
Wenn sich der kahle Winter zeigt,
Und jedes Lied der Sänger schweigt,
Wenn in dem Schmuck von Eiskristall
Die Bäume stehen überall.
... -
Ich bete dich an, du Flamme rein,
Der Seele gold'nen Sonnenschein,
Dich brennende Liebe, die alles vermag,
Dich Stern, der die Nacht verwandelt in Tag.
Ich bete dich an, du hehre Glut,
Die das Wesen durchströmt wie gärende Flut,
Dich Glut der Begeistrung, feurige Macht,
Die das Schwerste mit... -
Kehret wieder, Schmerzesfreuden,
Kehre wieder, Lust und Qual,
Bittre Tropfen herber Leiden,
Kehret wieder allzumal!
Kehre wieder, tiefer Kummer,
Blute wieder, armes Herz,
Und entführe mir den Schlummer,
Wühlend heißer Thränenschmerz!
Alles will ich wieder tragen,... -
Er schwur es einst beim Mondenlicht,
Er wollt' die Treu mir brechen nicht.
Ich seh' den Mond jetzt fragend an:
Warum er dennoch es getan?
Er schwur es einst beim Sonnenschein:
Er wollte ewig treu mir sein!
Die Sonne scheinet immerdar
Auf ihn, der dennoch treulos war. -
...