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4. Seiner Liebe Anfang Kaspar Stieler 1660

1.
Als ich auf meiner Liebsten Mund
(ach sanfte Ruhstat!) brünstig lage
und meiner Schmerzen herbe Plage
ihr täht' auß ganzem Herzen...

4. Was treibt, das bleibt Daniel von Czepko 1671

Durch fliehn entflieh ich nicht,
Wann ich durch Wind und Wellen
Gleich meinen Lauff wil stellen,
Folgt doch das schöne Licht:
Durch Berge, Thal und Wald
Seh ich stets vor mir stehen,
Seh ich stets vor mir gehen...

40. Gisela Etzel 1912

40.
Wenn ich in glühender Nacht
Selig geweint und gelacht,
Lieb ich den Morgen so sehr,
Dem ich entgegengewacht.
Über die Himmel so sacht
Streckt er die Fühler mir her,
Leuchtet mir kühn ins Gesicht /...

41. Gisela Etzel 1912

41.
Nun bin ich eine heiße Sommernacht,
In die ein Sternenregen niedersinkt,
Die reglos stumm durch dunkle Stunden wacht
Und offnen Mundes deine Sterne trinkt,

Du weiter seliger Himmel über mir!
Wie soll ich all...

42. Gisela Etzel 1912

42.
O heilige Wollust, heilig du auf Erden!
Wer ganz in dir ist, der ist gottvollkommen,
Und übermütig wach sind seine Kräfte.
Sein Blick ist küssender Mund,
Sein küssender Mund erglühender Schoß,
Sein Lächeln sagt...

43. Gisela Etzel 1912

43.
In hellem Landhaus nun auf Felsenhöhe!
Weit unten liegt Florenz am Fluß gebettet
Im Tal, wo all mein Fühlen festgekettet,
Obgleich ich hier so frei und sicher stehe,

Mit festem Schritt auf Grat und Felsen gehe...

44. Gisela Etzel 1912

44.
Ich fühle oft, wenn ich im Schwarm der Gäste
Bedächtig durch beglänzte Säle schreite,
So wilden Wunsch nach Taten, Schrei und Weite
Und daß ich einmal diesem Zwang entgleite
Und all der Heuchelei so hohler Feste.
...

45. Gisela Etzel 1912

45.
Mit einem Ring

Mit diesem Ring, mein Freund durch sieben Jahre,
Sollst du von mir dies Eine dauernd wissen:
Ob sich auch nie mein Wesen...

46. Gisela Etzel 1912

46.
Nun dünkt mich jeder Frühlingstag ein Alp,
Der schwer und saugend mir am Herzen liegt /
Nun ists, als ob ein grauser Traum mich wiegt:
Die Himmel sprühn / ich stehe außerhalb.

Zu zwei und zwei ist alles süß gebettet,...

47. Gisela Etzel 1912

47.
Ich geh an deinem Haus vorbei,
Das kalt mit blinden Fenstern blickt,
Und warte, ob nicht irgendwo
Die Liebe einen Gruß mir schickt.

Die toten Fensteraugen sehn
Wie Sphinxgesichter auf mich her
...

48. Gisela Etzel 1912

48.
Sieh, ich trage meine Tage,
Immer unterwegs nach dir,
Jeder Pendelschlag ist Plage,
Jede Stunde wird zur Frage:
Wann, Geliebter, kommst du mir?

Wollt, ich fände deine Hände /
Milden Trost für...

49. Gisela Etzel 1912

49.
Dein kleines Bild, das deine Hand mir malte
Und du aus Ferne liebend mir geschickt,
Ist mir nun mehr als unser Herr am Kreuze,
Zu dem ich Gnade flehend aufgeblickt;

Den ich um deinetwillen heiß beschworen,
...

5. Gisela Etzel 1912

5.
Giocondo wartet, daß ich Liebe bringe /
Er geht, vom eignen Werte überzeugt,
Des Tages Gang und wartet ungebeugt.
Geschenke bringt er oft: Juwelen, Ringe

Und Tand, wie er wohl früher Frauen brachte.
Was soll...

5. Amara George-Kaufmann 1888

5.
Du wähntest, ich trage den Tod in der Brust -
O Liebster, ich athme nur Lieb' und Lust;
Nie war mein Herz von Glück so voll,
Und Du meinst, daß ich sterben soll?

So reich an Unheil auch die Welt,
Sie sei mir...

5. Albert Möser 1890

5.
Ich kann jedwedes Ungemach ertragen,
Gerüstet bin ich wider Schicksalstücken,
Nie wird ein Leid mich ganz zu Boden drücken,
Im tiefsten Kern mich treffen nie und schlagen.

Nur Eines zähl' ich zu den höchsten Plagen:...

5. Ernst Schulze 1841

Liebchen, du schwebst jetzt fröhlich dahin im glänzenden Saale,
Leicht im flüchtigen Tanz regst du den zierlichen Leib,
Höheres Roth durchrieselt die Wang', und es hebt der Begeistrung
Ueppiger Rausch hochauf wogend die glühende Brust.
Doch...

5. An die Augen der Gegen über stehenden Göttin Allezeit lichte bey dieser Sonnen Daniel von Czepko 1671

Ihr schönen Augen ihr durch euern Glantz und Schein,
Schaut ihr mich gnädig an, seh ich den Himmel offen,
Schaut ihr mich zornig an, hab ich die Höll antroffen.
Hier Pein, und dort ist Lust, doch wil mit euch in Pein
Ich lieber als ohn euch in...

5. Dschaim: Ernst von Feuchtersleben 1836

Jedem darfst du nicht, Dschaim,
Schmerzen klagen:
Klag' sie Jenen, die sie im
Herzen tragen.
Denn die Liebe nur versteht
Liebesgleichen:
Mein Ziel wird, wer mit mir geht,
Mit erreichen....

5. Gieb niemals dein Vornehmen in den Tag Daniel von Czepko 1671

Schreib, es erschrickt kein Brief; was man nicht sagen wil
Erlangt darunter offt ein auserkiestes Ziel.
Gieb Zucht und Ehre für: Das Liebste von der Welt
Wird durch sein gleiches so nach unsrer Art gefällt;
Thu dis, und lobe das. Du findest,...

5. Hoffart kommt zu Falle Kaspar Stieler 1660

1.
Die Dellmane krigt einen Stoß/
die Dellmane/ die sich in Seiden
in Gold und Perlen liesse kleiden/
geht iezt entehret/ nakt und bloß....