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16. Adolf Böttger 1846

O laß den Blick auf Deinem Antlitz weilen,
Wo Geist und Anmut lieblich sich umschlingen,
Wo von des Lebens tiefsten Räthseldingen
Die Liebe redet in lebendgen Zeilen.

O laß nicht allzuhastig niedereilen
Die seidnen Wimpern...

16. Gisela Etzel 1912

16.
Aus meinem Teiche zieht ein schwarzer Schwan
Allein und stumm die stille Schattenbahn;
Er liebt die kleinen warmen Sonnenflecke
Und liebt das Rauschen seiner Schilfverstecke.
Wie oft auch schon aus nahem leisem Kahn...

16. Albert Möser 1890

16.
Wer leichten Muths, weil, was sein Herz erlesen,
Nur Kaltsinn kennt, ihm lächelnd kann entsagen
Und heiter gehn wie in vergangnen Tagen,
Glaubt nicht, daß er begriff der Liebe Wesen.

Was enden kann, ist Liebe nie...

16. Ernst Schulze 1841

Fernher schallt durch die schweigende Nacht des rauschenden Tanzes
Wilde Musik, und lind schaukelt die Töne der West
Durch den umdämmerten Hain zu dem Sehnenden, gaukelnde Ahnung
Flattert herbei, und süß hallt mir im Herzen der Klang.
...

16. Alles auf Eines Daniel von Czepko 1671

So viel Wellen in der See:
Wan die Fluth steigt in die Höh,
So viel Stern in hellen Nächten:
Derer Zahl nicht zu verfechten.

So viel Blätter in der Welt,
Wenn der Herbst sie runter fält;
So viel Stipchen in der Sonnen...

17. Gisela Etzel 1912

17.
Wie lieb ich das: auf sanft erhöhtem Sessel
In jenem seltsamen Gemach zu ruhn,
Die Hände lieblich in den Schoß zu tun
Und nichts zu schaun, als deines Auges Fessel;

Als dieses heißbelebten Auges Fragen,
Das...

17. Albert Möser 1890

17.
Selbstlose Liebe
Wohl dünkt mich's leicht, allmächtig zu erglühen,
Wenn dich dein Lieb mit Inbrunst hält umschlungen,
Wenn sie dich herzt, von...

17. Ernst Schulze 1841

Der Jüngling.

Sieh, es erscheint der Liebe Gestirn, und freundliche Weste
Wiegen mit duftigem Hauch leise das Dunkel einher.
Hörst du den...

17. Von seinem Feuer. Das Leben komt vom Tode Daniel von Czepko 1671

Wann durch der Flammen Krafft der Phoenix sich gebiert,
Sehn wir, daß die Geburt von seinem Sterben rührt.
Aus seinem Grabe kan sich seine Wieg erheben,
Aus seiner Asche springt und bricht hervor das Leben.
So sterb und leb ich auch. Es machen...

173. Simon Dach 1876

O Venus, die du uns mit deinen flammen
Durch marck und seele dringst,
Und hertzen, die es nie gemeint, zusammen
Sich zu begeben zwingst,
Komm doch her und thue das best
Hie auf diesem hochzeit-fest!

Schau auff die...

176. Simon Dach 1876

Hie habt ihr, ihr jungfrauen,
Was ohne schein und list
Recht wehrt an euch zu schauen
Und höchst zu lieben ist.
Ihr mögt durch schöne jugend
Gefallen, wem ihr wolt,
Der keuschheit güldnen tugend
Sind Gott...

177. Simon Dach 1876

Mein kind, dich müssen leuthe lieben,
Vor welchen ich ein schatten bin,
Drumb wundert mich es, daß dein sinn
Zu meiner einfalt wird getrieben!
Es pfleget jetzt ja zu geschehn,
Daß alle mir auff hobeit sehn.

Ich weiß...

178. Simon Dach 1876

Was von mir dein leichter sinn,
Tyrsis, zu begehren scheinet,
Geb ich dir und keinem hin,
Der mich nicht in ehren meynet,
Keinem, der mich nur durch list
Aufzusetzen willens ist.

Schweine lieben schlamm und koht,...

179. Simon Dach 1876

O, ihr außzug meiner freuden,
Dem mein hertz sich untergiebt,
Müsst ihr eben von mir scheiden,
Da euch meine seele liebt?
Gebt ihr mir schon gute nacht,
Nun ihr mich erst auffgebracht?

Könnet ihr kein mittel finden,...

18. Gisela Etzel 1912

18.
Die Eiche

Die große Eiche lebt starr und stumm
Ihr grünes Leben allein
Und hat mit dem bunten Blühen ringsum
Nichts gemein....

18. Albert Möser 1890

18.
Interregnum
Enttäuscht mußt' ich vom Heißgeliebten scheiden,
Und stumm nun pocht mein Herz in mattern Schlägen,
Es naht kein Sturm, die Brust mir...

18. Ernst Schulze 1841

O wie vereinet sich Scherz mit Ernst bei meiner Geliebten,
Wie mit den Sitten der Welt tiefer romantischer Sinn!
Jetzt erheitert mit fröhlichem Witz sie den glänzenden Zirkel,
Und jetzt schwärmt sie mit mir über die Erde hinaus.
Gleich dem...

18. Ohne Nachtheil Daniel von Czepko 1671

Weil die Angel offen stunden,
Hab ich mich zu euch gefunden:
Fraülein, in der Kammer Thür,
Euer Mensch verrieth sie mir.

Fangt nicht auf sie an zu schmähen,
Denn ich habe nichts gesehen,
Als wie ihr des Todes Bild...

180. Simon Dach 1876

Nymfe, gieb mir selbst den mund,
So wird mir dein hertze kundt,
Reich mir deiner armen band,
Der gewünschten liebe pfand!

Denn so lange du noch nicht
Mir gehorchen wirst, mein liecht,
Wird dein lieben nur ein schein...

181. Simon Dach 1876

Sol denn mein junges leben,
Da alles liebt und freyht,
Alleine sich ergeben
Der langen einsamkeit?
Bleibt dann die freud und lust
Der schleyer-weissen brust,
Nach der wir alle streben,
Mir ewig unbewust?...