Title Poet Year Written Collection Body
12. Im Mittel das Beste Daniel von Czepko 1671

Nymphe, weil ich werffe mich,
Dir gebückter vor die Füsse:
Und den Saum des Rockes Küsse,
Ey so laß erbitten dich.

Zwar, du wilt mit deiner Hand
Von der Erden mich aufheben,
Mit ein schönes Antlitz geben:...

12. Laß ab, ehe du gezwungen Daniel von Czepko 1671

Kriegest du gleich den Korb, verbleibst du unbetrübt.
Doch komm ihr selbst zuvor: Bring einen andern hin,
Weil du nicht Mittel hast ihr Hoffen zu vollziehn.
Die Ketten sind nur Stroh, die dich gebunden an,
Sie gehen bald entzwey, verlaß du...

13. Adolf Böttger 1846

Mich treibt es ruhlos, Dich, nur Dich zu schauen,
In Deiner Näh' empfind' ich volles Leben,
Anmutge Bilder seh' ich um mich schweben,
Die mir der Dichtung Himmel auferbauen.

Wenn Deine Blicke sonnenmächtig thauen
Die Kälte...

13. Gisela Etzel 1912

13.
Wie doch ein Traum so groß beglücken kann!
Bis tief in lauten Tag hinein
Begleitet mich sein Widerschein . . .
Und kamst du nun, du ferner Mann,
Nach so viel Zeit zu mir herein,
Um eine Nacht mit mir zu sein?...

13. Amara George-Kaufmann 1888

13.
O wie seh'n ich mich zurücke
Aus der Menschen lautem Schwarm,
Nach der Rast in stiller Zelle,
Nach der Ruh' in Deinem Arm!

Ruhe? - Kann ich's Ruhe nennen,
Wenn ich in so heißer Haft,
Wenn die...

13. Albert Möser 1890

13.
Dir hat ein Gott der Schönheit Maß gespendet,
Wer zeigt mir Züge, also hold erblühte?
Wo wär' ein Aug', das Gluth wie deines sprühte,
Ein weißer Leib, des Glanz wie deiner blendet?

Mich aber treibt's, dem Ew'gen...

13. Ernst Schulze 1841

Feindlich schaust du und finster hinweg, muthwilliges Liebchen,
Plötzlicher Unmuth thront auf der gerunzelten Stirn,
Jeglichen heiteren Gott verscheucht aus dem Auge des Zorns Blitz,
Und unfreundliches Roth färbet die Wange dir jetzt.
Was...

13. Aus wiedrigem größere Vereinigung Daniel von Czepko 1671

Voll Feuer ist mein Sinn, mein Augen kalt wie Fluth.
Das macht, daß seinen Sitz der Gott der süssen Schmertzen
Bey ihr in Augen hat und bey mir in dem Hertzen.
Ach! daß er wechseln wolt, und nehmen sonder Pein
In ihr das Hertze zwar, in mir die...

13. Liebe niemahls recht Daniel von Czepko 1671

Nihm sie zun Augen ein, laß sie am Hertzen stehn,
Wann du vertreulich bist, ist es mit dir gethan,
Der liebet, welcher sich beliebet machen kan.
Drumb liebe sie nur so, wie etwa diesen Reim,
Wilt du der deine seyn, nihm sie nicht mit dir heim...

14. Gisela Etzel 1912

14.
Das Franziskanerkloster in Fiesole

Schmucklos bescheidne, wehrhaft starke Mauern,
Auf Hügelgipfel lieblich hingestellt,
Behüten...

14. Amara George-Kaufmann 1888

14.
Süße Träume halten Dich umfangen,
Deine Wangen schmücken Schlummerrosen,
Auf den Lippen, auf den kecken, losen,
Schwebt im Schlafe noch ein schönes Prangen.

Anzuschauen nur sei mein Verlangen!
Nur die Seele...

14. Albert Möser 1890

14.
Du liebst mich nicht, doch strahlt in Schönheitspracht
Dein goldnes Bild, des Glanz mein Herz berückt;
Wie auch dein Stolz mich maßlos quält und drückt,
Doch beug' ich stets mich deiner Zaubermacht.

Stets denk' ich: Was...

14. Ernst Schulze 1841

Scheiden müssen wir schon - komm, gieb mir der düsteren Trennung
Bitteren Kuß, und gieb tausend der Küsse mir noch!
Einmal flüstre mir noch ein Wort voll Liebe, noch einmal
Schlinge den glühenden Arm um den Verzagenden hin!
Scheiden müssen...

14. Der Liebe Azoth Daniel von Czepko 1671

Göttin, du bist Stall und Stein,
Sol ich meine Lieb und Pein
In dein hartes Hertze graben,
So muß ich was härters haben.

Was ist härteres als du:
Das mich reitzt so starck dazu.
Es sind die standhafften Flammen,...

14. Juli 1834 Clemens Brentano 1852

 
Ich weiß wohl, was dich bannt in mir,
Die Lebensglut in meiner Brust,
Die süße zauberhafte Zier,
Der bangen tiefgeheimen Lust,
Die aus mir strahlet, ruft zu dir,
...

1453 Victor Hugo 1822

Les Turcs, devant Constantinople,
Virent un géant chevalier
À l’écu d’or et de sinople,
Suivi d’un lion familier.

Mahomet Deux, sous les murailles,
Lui cria : « Qu’es-tu ? ― Le géant
Dit : « Je m’appelle Funérailles,
Et toi, tu t’appelles Néant.

...
15. Gisela Etzel 1912

15.
Florenz ist schön, doch schöner noch ist Rom,
Und seine Männer sind besonders kühn;
Ich liebe es, wenn Kardinäle glühn,
Und sitze gerne dort im Petersdom

In fernem dunklen Winkel ganz allein,
Wenn vorn im...

15. Albert Möser 1890

15.
Hat stumm das Grab, was lieb dir war, verschlungen,
Doch hast du Trost: Erinn'rung sel'ger Zeit,
Dir strahlt verklärt vom Glanz der Ewigkeit
Des Todten Bild durch ird'sche Dämmerungen.

Doch wenn dein Herz, von Liebe...

15. Ernst Schulze 1841

Liebchen, ich traue dir nicht, und wenn reizender noch dir die Aeuglein
Blickten, die nur dein Geist lenket und nimmer dein Herz,
Lächeltest du viel freundlicher auch, zwar ist es unmöglich,
Und dein schmeichelndes Wort, wär' es auch doppelt so süß....

15. Haus Diebe, Haus Verräther Daniel von Czepko 1671

Druckt es an Mund, und warff dadurch der Augen Paar:
Nicht Haar, vielmehr ein Netz: in dem ich mich verfitzt,
Dadurch viel tausend Blick auf mich gefach geplitzt.
Nicht Netz, ein schlauer Raub: weil sie durch diesen Strahl
Mir Hertze, Seel und...