178.

HTML Title: 

178.

Title Word Count: 

0

Include: 

Yes

Collection: 

Poet: 

Year Written: 

1876

Year Rounded: 

1 600

Poem: 

Was von mir dein leichter sinn,
Tyrsis, zu begehren scheinet,
Geb ich dir und keinem hin,
Der mich nicht in ehren meynet,
Keinem, der mich nur durch list
Aufzusetzen willens ist.

Schweine lieben schlamm und koht,
Eulen nacht und wüste hölen;
Was sucht ihr gefahr und tod
Hie in meiner keuschen seelen,
Der anstat verfluchter lust
Gott und tugend ist bewust?

Weg mit eurem seyten-spiel,
Welches ihr mir zu gefallen
Auff der strassen ohne ziel
Lasset abendlich erschallen!
Solche worte, solch gethön
Führt die hellische Syren.

Ist denn meiner haare gold,
Meiner wangen liecht und leben,
Euch zu dienen, wie ihr wolt,
Mir zu hohn und spott gegeben?
Nein, der schönheit eigenthum
Sieht auff reiner keuschheit rhum.

Ey, wie würde meine zier
So ein schönes lob erlangen,
Solt ein solcher, gleich wie ihr,
Schon mit ihrem raube prangen!
Was ist derer rosen schein,
Welche schon berühret seyn? (S. 424-425)

Poem StrLen Difference: 

48